Traumziel Australien: Wie „Down Under“ seine Zuwanderung regelt

Perth

Australien ist für seine Weltoffenheit und seine gelebte Toleranz bekannt. Was die Einwanderungsbestimmungen betrifft, herrschen in „Down Under“ jedoch strengere Regeln als in den meisten anderen Staaten der Erde. Selbst Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung haben es teilweise enorm schwer, sich in Australien anzusiedeln. Von Touristen wird grundsätzlich ein Visum für Australien verlangt – liegt dies nicht vor, wird der Einreisende innerhalb kürzester Zeit ausgewiesen.

Kein starres Quotensystem

Nur wenigen Menschen ist bekannt, dass die meisten Menschen, die ein Visum für Australien beantragen, temporäre Arbeitskräfte sind. Für diese gelten keine Höchstzahlen – ganz im Gegensatz zu jenen, die vorhaben, sich dauerhaft in „Down Under“ anzusiedeln. Die durch Kontingente gesteuerte permanente Migration ist ein Modell, das auch in den USA zur Anwendung kommt. Jedes Jahr im Mai bestimmt die Regierung in Canberra das Kontingent für die permanenten Aufenthaltsbewilligungen. Derzeit sind etwa zwei Drittel für die sogenannte „qualifizierte Migration“ vorgesehen, das restliche Drittel für den Familiennachzug. Anders ausgedrückt: Jeder dritte Antragsteller, der ein permanentes Visum für Australien einholen möchte, ist keine Arbeitskraft, sondern ein Angehöriger eines in Australien lebenden arbeitenden Ausländers.

Bei der Festlegung der Kontingente berücksichtigt die australische Regierung die aktuellen und langfristigen demografischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Eine wesentliche Rolle spielen auch die Nachfrage nach Familiennachzügen sowie die zu erwartende Nachfrage der Wirtschaft nach qualifizierten Arbeitskräften. Primär dient das Programm dazu, längerfristige ökonomische und soziale Bedürfnisse des Landes zu befriedigen. Der Familiennachzug ist dabei kein verbrieftes Recht, sondern lediglich Mittel zum Zweck: Wenn nach einigen Jahren Familienangehörige nachgeholt werden dürfen, erhöht dies die Attraktivität für qualifizierte Arbeitskräfte. Die besten Aussichten auf ein permanentes Visum für Australien haben Einwanderer, die bereit sind, ausserhalb der grossen Städte (z.B. Sydney oder Perth) zu leben.

Europäische Migrationspolitik als Negativ-Vorbild

Warum bei der Ankunft auf dem fünften Kontinent ein Visum für Australien verlangt wird, ist eine Frage, die sich relativ leicht beantworten lässt. Die australische Regierung beobachtet die Geschehnisse in anderen Teilen der Welt, vor allem aber in Europa, sehr genau. In praktisch allen europäischen Ländern, in denen es in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten eine massenhafte Einwanderung von Menschen mit mangelnder Bildung gab, ist es zu sozialen Verwerfungen gekommen. Der mangelnde Integrationswille vieler Einwanderer ohne Qualifikation hat dafür gesorgt, dass sich vielerorts Parallelgesellschaften gebildet haben. Um eine solche Entwicklung zu verhindern, wird bei der Einreise nicht nur ein Visum für Australien verlangt – der Antragsteller muss auch nachweisen, dass er keine kriminelle Vergangenheit hat und darüber hinaus versichern, dass er die australischen Gesetze, Bräuche und Sitten respektiert. Bei Zuwiderhandlungen muss damit gerechnet werden, dass das Visum für Australien widerrufen und für ungültig erklärt wird.

Welche Papiere benötigen Australien-Touristen bei der Einreise?

Es gibt viele Gründe, als Tourist nach „Down Under“ zu reisen – sei es ein mehrwöchiger Urlaub, ein Besuch von Familienangehörigen oder ein geschäftlicher Termin. In allen genannten Fällen ist ein Touristenvisum vonnöten, um nach Australien einreisen zu dürfen. Für Studien- und Arbeitsaufenthalte werden dagegen andere Papiere benötigt. Wenn Sie privat oder geschäftlich auf den fünften Kontinent reisen und ein Visum für Australien beantragen wollen, gibt es zwei Möglichkeiten: Sie beschaffen sich ein eVisitor- oder ein ETA-Visum. Das ETA wird mittlerweile nur noch relativ wenigen Menschen ausgestellt. Die Liste der Herkunftsländer umfasst derzeit acht Staaten, darunter die USA und Malaysia. Das eVisitor-Visum ist für alle europäischen Touristen Pflicht – dazu zählen überraschenderweise auch Angehörige des Vereinigten Königreichs. Die Kosten für ein Australien-Visum sind relativ niedrig und fallen im Vergleich zu den Ausgaben für die Flugtickets kaum ins Gewicht.

 

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