Städter sind häufiger von Armut betroffen als Landbewohner

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Schweizer Großstädter sind häufiger von Armut betroffen als Bewohner ländlicher Regionen. Die Ausgaben für Sozialhilfe in urbanen Zentren wie Zürich, Bern und Basel betragen ein Vielfaches dessen, was in kleineren Gemeinden aufgewendet wird. Einer aktuellen Statistik zufolge gibt der Kanton Basel-Stadt pro Einwohner fast 600 Franken aus – in Innerschweizer Kantonen wie Nidwalden oder Uri sind es gerade einmal 45 Franken. Es scheint, als ob der Urbanisierungsgrad einen unmittelbaren Einfluss auf die Sozialhilfequote hat. Mit diesem Begriff wird der Anteil der Bevölkerung umschrieben, der Sozialhilfe bezieht. Je nach Kanton schwankt dieser Anteil zwischen einem und sieben Prozent.

Wie können diese Unterschiede erklärt werden? Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es in Großstädten mehr soziale Probleme als in ländlichen Gebieten gibt. Sogenannte “Risikogruppen” wie alleinerziehende Mütter, Ausländer und Geschiedene sind in Städten stärker vertreten als auf dem Land. Auf der anderen Seite gibt es in ländlich geprägten Regionen wie Appenzell, Entlebuch oder Jura zwar viele Menschen mit einem niedrigen Einkommen, die Sozialhilfequote ist jedoch auffallend niedrig.

Die Schweiz ist seit jeher ein Land mit einem extrem hohen Ausländeranteil. Als Folge einiger großer Einwanderungswellen betrug der Ausländeranteil am Ende des Jahres 2012 23,3 Prozent. Ausländer zieht es fast immer in große Städte, da es dort viele potenzielle Arbeitgeber in verschiedenen Wirtschaftszweigen gibt. In ländlichen Regionen ist das Jobangebot weitaus weniger attraktiv – es gibt Orte, in denen die Menschen fast ausschließlich vom Tourismus und der Landwirtschaft leben.

Einige Wissenschaftler vermuten, dass die Sozialhilfequote umso höher ist, je größer die finanziellen Reserven eines Kantons sind. Sie argumentieren, dass in Städten anders mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen wird. Interessant ist auch, dass Genf beinahe 25 Prozent weniger für Sozialhilfe ausgibt als Basel-Stadt. Dies verwundert umso mehr, als die absolute Zahl der Sozialhilfebezüger in Genf fast doppelt so hoch ist wie im kleinsten Schweizer Kanton. In mittelgroßen Städten wie St. Gallen und Freiburg gelingt es den Verantwortlichen offenbar, die Ausgaben für die Sozialhilfe unter Kontrolle zu halten: Dort werden pro Einwohner zwischen 100 bis 300 Franken aufgewendet.

Manche Stadtbewohner verfügen über ein so geringes Einkommen, dass sie es sich nicht einmal leisten können, Last Minute nach Dubai zu fliegen. Last Minute-Reisen nach Dubai sind im Internet außerordentlich günstig zu haben – je nach Abflugdatum kostet ein einwöchiger Aufenthalt im Viersternehotel zwischen 800 und 1200 Franken pro Person.

 

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