Lohngleichheit in der Schweiz auf akzeptablem Niveau

Lohngleichheit Schweiz

Die Ungleichheit der Löhne in der Schweiz hat in den 2000er Jahren leicht zugenommen. Im Vergleich zu anderen Staaten steht das Land aber noch immer relativ gut da. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der insgesamt 34 Länder angehören. Der sogenannte Gini-Koeffizient (benannt nach dem italienischen Ökonomen Corrado Gini) gibt an, wie die Löhne in einer Volkswirtschaft verteilt sind. Je näher der Wert gegen null tendiert, desto gleichmäßiger ist die Einkommensverteilung.

Die Schweiz liegt mit einem Wert von 0,30 über dem OECD-Schnitt (0,32), hat jedoch gegenüber vergleichbaren europäischen Staaten wie Belgien (0,26) und Dänemark (0,25) das Nachsehen. Besonders stark ausgeprägt ist die Ungleichheit in den Vereinigten Staaten – mit einem Wert von 0,38 liegt die größte Volkswirtschaft der Erde nur knapp vor Ländern wie Chile, Mexiko und der Türkei.

Im Jahr 2000 lag der Gini-Koeffizient in der Schweiz noch bei 0,236. Der Gewerkschaftsbund und andere Gruppen kritisieren seit Jahren, dass im Mittelstand kaum reale Lohnerhöhungen zu verzeichnen sind. Die OECD-Zahlen beziehen allerdings nicht die Teilzeitarbeitsplätze ein. In der Schweiz ist Teilzeitarbeit eine weitverbreitete Arbeitsform: Rund ein Drittel aller Erwerbstätigen arbeitet weniger als 40 Stunden in der Woche. Würden diese Jobs in der Statistik berücksichtigt, läge die Schweiz bei einem Wert von 0,49 (OECD-Durchschnitt: 0,55).

Am 24. November 2013 kommt es in der Schweiz zu einer Volksabstimmung über die “1:12”-Initiative der Jungsozialisten. Das Volksbegehren fordert, dass innerhalb eines Unternehmens niemand mehr als das Zwölffache dessen verdienen darf, was der schlechtestbezahlte Mitarbeiter bekommt. Wird die Initiative angenommen, würde dies für zahlreiche Spitzenverdiener empfindliche Lohneinbußen bedeuten. In der Finanzbranche ist es nicht unüblich, dass Spitzenmanager das Hundertfache eines Angestellten verdienen, der auf einer der unteren Hierarchieebenen arbeitet.

In Schweizer Fußballklubs wie den Grasshoppers Zürich oder den Young Boys Bern erhalten die bestbezahlten Spieler deutlich mehr als eine Million Franken pro Jahr. Gleichzeitig arbeiten in den Vereinen viele Mitarbeiter für einen Lohn, der nahe an der Armutsgrenze liegt. Der GC-Präsident André Dosé befürchtet eine Abwanderung der besten Spieler in das benachbarte Ausland. Der SP-Nationalrat Matthias Aebischer ist da anderer Meinung: Es gebe nur wenige Fußballer, deren Verdienst die Eine-Million-Franken-Grenze überschreite. Bei einer Annahme der Initiative müssten die betreffenden Spieler maximal 300.000 Franken pro Jahr abgeben.

 

 

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