Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz geht zurück

Asylgesuche Schweiz

Es scheint, als ob die Schweiz für Asylsuchende an Attraktivität verloren hat: Aus der jüngsten Asylstatistik des Bundesamtes für Migration (BfM) geht hervor, dass die Zahl der eingereichten Gesuche im dritten Quartal des Jahres 2013 auf 4.861 gesunken ist. Gegenüber der Vorjahresperiode bedeutet dies einen Rückgang um 38 Prozent. Hatte die Schweiz im Jahr 2012 europaweit noch den vierthöchsten Anstieg bei den Asylgesuchen, hat sich der Trend nun umgekehrt. Das BfM geht jedoch davon aus, dass die Zahl der Gesuche im vierten Quartal des Jahres 2013 ansteigen wird, da in den letzten Monaten viele Asylsuchende in Italien angekommen seien.

Im dritten Quartal wurden 5.699 Asylverfahren abgeschlossen. Ende September waren 17.529 Asylgesuche anhängig, dies bedeutet einen Rückgang um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 2.610 Asylbewerber erhielten einen Nichteintretensentscheid (NEE). Dieser Bescheid wird unter anderem dann erteilt, wenn der Antragsteller innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuchs keine Ausweispapiere vorlegt, anhand derer er identifiziert werden kann. 1.712 Personen wurde ein NEE im Rahmen des Dublin-Verfahrens zugestellt. Durch die seit 2003 bestehende Dublin II-Verordnung, der sich neben der Schweiz auch andere Nicht-EU-Staaten wie Island und Norwegen angeschlossen haben, sollen Mehrfachgesuche in verschiedenen europäischen Staaten verhindert werden.

Der ostafrikanische Staat Eritrea ist das Land, aus dem die meisten Asylbewerber stammen. Dahinter folgen Tunesien, Nigeria und Syrien. Für Gesuchssteller aus Georgien und dem Kosovo gilt seit März 2013 das sogenannte 48-Stunden-Verfahren. Durch das neue Prozedere wird eine rasche Rückführung in das jeweilige Herkunftsland ermöglicht, wenn der Antrag abgelehnt wird. Die Asylgesuche aus diesen Staaten sind seitdem deutlich zurückgegangen. Die Anerkennungsquote für Asylsuchende aus dem Kosovo liegt derzeit bei 0,6 Prozent, bei Georgien sind es 0,3 Prozent. Nur sechs Personen aus diesen beiden Staaten erhielten in diesem Jahr Asyl.

Der Sprecher des BfM, Michael Glauser, sieht keinen direkten Zusammenhang des Antragsrückgangs mit der Verschärfung der Richtlinien im Asylbereich. Es müssten auch andere Faktoren einbezogen werden, zum Beispiel die Asylpraxis in anderen europäischen Staaten. Glauser ist jedoch überzeugt, dass die beschleunigten Verfahren eine abschreckende Wirkung auf Asylsuchende aus den Balkanstaaten haben.

 

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